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Datensicherung für private Computer: Was wirklich gesichert werden sollte

Von Jürgen Hier, HIER EDV Veröffentlicht:

Gesichert werden muss alles, was sich nicht wiederbeschaffen lässt – und möglichst automatisch, denn eine Sicherung, an die man denken muss, unterbleibt irgendwann. Das ist die Kurzfassung. Dieser Ratgeber erklärt, was konkret auf die Sicherung gehört, welche Wege sich für private Computer bewährt haben und welche verbreiteten Irrtümer im Ernstfall teuer werden.

Was gesichert werden sollte – und was nicht

Auf die Sicherung gehört das Unwiederbringliche:

  • Fotos und Videos – meist der emotional größte Verlust und oft über mehrere Orte verstreut: Computer, Handy, Speicherkarten.
  • Dokumente: Verträge, Rechnungen, Steuerunterlagen, Schriftverkehr, die Dateien auf dem Desktop.
  • E-Mails und Kontakte, sofern sie nur lokal im E-Mail-Programm liegen (Stichwort POP3 – bei IMAP-Konten liegen die Mails beim Anbieter).
  • Daten aus Programmen: Steuer-Software, Haushaltsbuch, Vereinsverwaltung – viele Programme haben eine eigene Sicherungsfunktion für ihren Datenbestand.
  • Die Zugangsliste: eine aktuelle Übersicht der wichtigen Konten und – falls genutzt – die Sicherungsdatei des Passwort-Managers.

Nicht auf die Sicherung müssen Windows selbst und die installierten Programme: Beides lässt sich neu installieren. Wichtig ist nur die Liste, was installiert war, und wo Lizenzen oder Zugangsdaten liegen.

Die Grundregel: zwei Kopien an zwei Orten

Eine einzelne Kopie auf einer einzigen externen Festplatte ist besser als nichts – aber verwundbar: Die Platte kann kaputtgehen, verloren gehen oder beim selben Einbruch, Brand oder Überspannungsschaden verschwinden wie der Computer. Bewährt hat sich deshalb als Faustregel:

  1. Erste Kopie: automatische Sicherung auf eine externe Festplatte oder einen Netzwerkspeicher zu Hause.
  2. Zweite Kopie an einem anderen Ort: etwa ein Online-Speicher – oder eine zweite Festplatte, die außer Haus gelagert und in Abständen aktualisiert wird.

Für besonders wichtige Bestände (etwa das komplette Fotoarchiv) lohnt beides; für Alltagsdaten reicht je nach Anspruch auch eine solide Variante – Hauptsache regelmäßig und automatisch.

Weg 1: Externe Festplatte mit automatischer Sicherung

Der Klassiker für zu Hause: eine externe Festplatte, kombiniert mit einer Sicherungsfunktion, die von selbst läuft. Windows bringt dafür Bordmittel mit (Dateiversionsverlauf beziehungsweise die Windows-Sicherung); daneben gibt es bewährte Sicherungsprogramme mit mehr Möglichkeiten, etwa vollständigen Systemabbildern.

Worauf es praktisch ankommt:

  • Die Sicherung muss von selbst laufen – täglich oder bei jedem Anschließen der Platte.
  • Die Platte sollte groß genug sein, um mehrere Versionen zu behalten. Versionen sind Gold wert, wenn eine Datei schon vor Wochen beschädigt oder versehentlich überschrieben wurde.
  • Wer die Platte dauerhaft angesteckt lässt, gewinnt Bequemlichkeit, verliert aber Schutz: Schadsoftware, die den Computer befällt, kann auch die angeschlossene Sicherung verschlüsseln. Ein guter Kompromiss: anstecken, sichern lassen, abziehen – oder ein Netzwerkspeicher mit eigenen Schutzmechanismen.

Weg 2: Online-Speicher als zweites Standbein

Cloud-Speicher sichern gegen die Fälle, die eine Festplatte im selben Raum nicht abdeckt: Diebstahl, Feuer, Wasserschaden. Zwei Dinge sollte man wissen:

  • Synchronisation ist keine Sicherung. Dienste wie OneDrive oder Google Drive spiegeln Änderungen – auch Löschungen und beschädigte Dateien. Ein Zusatznutzen entsteht erst durch Versionsverläufe oder eine echte Sicherungsfunktion in die Cloud.
  • Datenschutz mitdenken: Persönliche Unterlagen gehören in der Cloud idealerweise verschlüsselt abgelegt, und die Anbieterwahl (Standort, Konditionen) ist eine bewusste Entscheidung.

Der Schritt, der fast immer fehlt: die Probe

Eine Sicherung ist erst dann eine, wenn die Wiederherstellung nachweislich funktioniert. Einmal im Jahr – etwa beim Jahreswechsel – lohnt die Probe: eine einzelne Datei und einen ganzen Ordner testweise zurückholen, prüfen, ob die Sicherung wirklich alle wichtigen Ordner umfasst und ob das Sicherungsdatum aktuell ist. Diese Viertelstunde erspart im Ernstfall die bitterste aller Entdeckungen: dass die Sicherung seit Monaten leer läuft.

Verbreitete Irrtümer

  • „Meine Daten sind doch in der Cloud.“ Nur, wenn sie dort wirklich vollständig liegen und Versionen vorhanden sind – siehe oben.
  • „Der Papierkorb rettet mich.“ Er hilft bei einzelnen Versehen, nicht bei defekter Festplatte, Diebstahl oder Verschlüsselung durch Schadsoftware.
  • „Die Festplatte ist noch neu.“ Auch junge Datenträger fallen aus – selten, aber ohne Vorwarnung. SSDs gehen dabei oft von hundert auf null, ohne vorher Geräusche zu machen.
  • „Ich kopiere ab und zu von Hand.“ Funktioniert genau bis zu dem Monat, in dem es unterbleibt – und der Ausfall kommt erfahrungsgemäß dann.

Einrichtung mit Unterstützung

Wenn Sie die Sicherung nicht selbst zusammenstellen möchten: HIER EDV richtet eine automatische Datensicherung passend zu Ihren Daten und Gewohnheiten ein – inklusive Erklärung, wie Sie den Erfolg der Sicherung selbst kontrollieren können. Und falls der Ernstfall schon eingetreten ist, gilt: Gerät nicht weiterbenutzen und den Zustand prüfen lassen, bevor etwas überschrieben wird.

Kommen Sie an einer Stelle nicht weiter?

Schildern Sie kurz, welches Gerät betroffen ist und wo es hakt. HIER EDV meldet sich mit einer ersten Einschätzung – und übernimmt, wenn Sie möchten.

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