Daten auf einen neuen Computer übertragen: Darauf sollte man achten
Ein Datenumzug gelingt dann stressfrei, wenn die Reihenfolge stimmt: erst vollständig sichern, dann übertragen, dann in Ruhe prüfen – und das alte Gerät erst löschen, wenn auf dem neuen nachweislich alles da ist. Dieser Ratgeber beschreibt die gängigen Wege für die Übertragung, die typischen Stolperstellen bei E-Mails, Kennwörtern und Programmen und eine bewährte Prüfliste für die Zeit danach.
Grundsatz: Das alte Gerät bleibt vorerst unangetastet
Der wichtigste Rat zuerst: Löschen, verkaufen oder entsorgen Sie das alte Gerät nicht direkt nach dem Umzug. Erfahrungsgemäß fällt erst nach Tagen oder Wochen auf, dass eine Nische fehlt – der Ordner der Steuer-Software, die Scans vom letzten Jahr, das Adressbuch aus dem E-Mail-Programm. Solange das alte Gerät (oder eine vollständige Sicherung davon) existiert, ist das kein Problem. Welche Daten überhaupt zu sichern sind, listet der Ratgeber „Neuen Computer einrichten“ im Detail auf.
Die gängigen Übertragungswege
Externe Festplatte: der Standardweg. Auf dem alten Gerät werden alle Benutzerdaten auf die Platte kopiert, am neuen Gerät wieder eingespielt. Vorteile: unabhängig vom Internet, nachvollziehbar, und die Platte kann anschließend gleich als Sicherungsmedium weiterarbeiten.
Über die Cloud: Wer seine Daten ohnehin vollständig in einem Cloud-Speicher hält, meldet sich am neuen Gerät einfach an. Wichtig ist das Wort „vollständig“ – häufig liegt nur ein Teil der Ordner in der Cloud, und der Rest wäre beim Umzug verloren. Außerdem dauert das Herunterladen großer Fotobestände über normale Anschlüsse spürbar lange.
Alte Festplatte direkt auslesen: Wenn das alte Gerät defekt ist, aber der Datenträger intakt, lässt sich die Platte ausbauen und über einen Adapter am neuen Gerät auslesen. Das ist auch der übliche Weg in der Werkstatt, wenn ein Gerät nicht mehr startet.
Übernahme-Software: Programme, die den Umzug automatisieren, können helfen – sie nehmen einem aber die entscheidende Arbeit nicht ab: zu wissen, was übernommen werden soll. Blindes „alles rüber“ schleppt auch Altlasten und Fehlkonfigurationen mit.
Warum Programme nicht einfach mitziehen
Die häufigste Enttäuschung beim Umzug: Installierte Programme lassen sich unter Windows nicht als Dateien mitkopieren – sie müssen auf dem neuen Gerät neu installiert werden. Mitnehmen lassen sich die Daten der Programme (Dokumente, Datenbestände, teils Einstellungen), nicht die Programme selbst. Deshalb gehört zum Umzug eine Liste: Welche Programme werden gebraucht, woher stammt die Installation, und liegen Lizenzschlüssel oder Konto-Zugänge vor? Bei moderner Software – etwa Office – hängt die Lizenz meist am Benutzerkonto; hier genügt die Anmeldung nach der Neuinstallation.
Stolperstelle E-Mail und Kontakte
Ob E-Mails automatisch mitziehen, hängt von der Kontoart ab. Bei IMAP-Konten liegen die Nachrichten beim Anbieter – Konto am neuen Gerät einrichten, fertig. Bei älteren POP3-Einrichtungen liegen die Mails oft nur lokal im Programm; dann müssen Postfach und Adressbuch exportiert und am neuen Gerät importiert werden. Wer unsicher ist, prüft das vor dem Umzug in den Kontoeinstellungen – hinterher ist der Export vom entsorgten Gerät naturgemäß schwierig.
Stolperstelle Kennwörter und Lesezeichen
Browser speichern Lesezeichen und Zugangsdaten entweder in einem Konto (dann genügt die Anmeldung am neuen Gerät) oder nur lokal (dann hilft die Export-Funktion des Browsers). Ein eigener Punkt sind Zugänge, die man seit Jahren nicht mehr eingetippt hat: Das gespeicherte Kennwort füllt sich am alten Gerät automatisch aus – am neuen fehlt es plötzlich. Vor dem Umzug lohnt der Blick in die Kennwort-Verwaltung des Browsers, welche Zugänge dort schlummern.
Nach dem Umzug: die Prüfliste
Bevor das alte Gerät in den Ruhestand geht, sollte auf dem neuen alles einmal nachweislich funktioniert haben:
- Dokumente, Bilder und Desktop-Dateien vorhanden und stichprobenartig zu öffnen?
- E-Mail: Senden und Empfangen getestet, Adressbuch vollständig?
- Drucker und Scanner eingerichtet und getestet?
- Wichtige Programme installiert, Lizenzen aktiv, Datenbestände (Steuer, Banking) geöffnet?
- Lesezeichen und Kennwörter verfügbar?
- Datensicherung für das neue Gerät eingerichtet – der beste Zeitpunkt dafür ist genau jetzt.
Zum Schluss: das alte Gerät datenschutzgerecht leeren
Erst wenn die Prüfliste durch ist, wird das alte Gerät gelöscht – und zwar richtig: Papierkorb leeren oder schnelles Formatieren genügt nicht, um persönliche Daten sicher zu entfernen. Vor Verkauf oder Entsorgung sollte der Datenträger gezielt gelöscht oder ausgebaut werden. Auch dabei unterstützt HIER EDV – ebenso wie beim kompletten Umzug, wenn Sie ihn lieber in erfahrene Hände geben: von der Sicherung bis zur Prüfliste.