Neuen Computer einrichten: Welche Daten und Programme vorher gesichert werden sollten
Der wichtigste Teil eines Computerwechsels passiert vor dem ersten Einschalten des neuen Geräts: die Bestandsaufnahme auf dem alten. Was dort übersehen wird, fehlt später – manchmal erst nach Monaten, wenn das alte Gerät längst gelöscht oder entsorgt ist. Dieser Ratgeber listet auf, welche Daten und Zugänge Sie sichern sollten und welche Stolperfallen im Alltag am häufigsten zuschlagen.
Diese Daten gehören auf die Sicherung
Grundregel: Gesichert werden muss alles, was sich nicht neu beschaffen lässt. Programme kann man neu installieren – die eigenen Dateien nicht.
- Eigene Dateien: die Ordner Dokumente, Bilder, Musik, Videos, Downloads und der Desktop. Viele vergessen den Desktop – dort sammelt sich oft Wichtiges.
- Fotos außerhalb der Standardordner: Prüfen Sie, ob Foto-Programme eigene Speicherorte verwenden und ob noch Bilder auf Speicherkarten oder im Handy-Ordner liegen.
- E-Mails und Kontakte: Je nach Einrichtung liegen sie beim Anbieter (dann ziehen sie automatisch mit um) oder nur lokal im Programm – Details dazu unten.
- Browser-Daten: Lesezeichen und gespeicherte Kennwörter. Sie lassen sich exportieren oder über ein Browser-Konto synchronisieren.
- Programm-Daten: Steuer-Software, Banking-Programme, Vereinsverwaltung und ähnliche Programme speichern ihre Datenbestände teils in eigenen Ordnern. In den Programmeinstellungen findet sich meist eine Funktion „Datensicherung“ oder der Hinweis auf den Speicherort.
- Zugangsdaten und Lizenzen: eine Liste der genutzten Konten (E-Mail, Online-Banking, Shops) sowie Lizenzschlüssel oder Anmeldedaten für gekaufte Programme.
Stolperfalle Cloud: „synchronisiert“ ist nicht „gesichert“
Wer OneDrive, Google Drive oder ähnliche Dienste nutzt, sollte zwei Dinge prüfen:
- Liegen die Dateien wirklich lokal vor? Cloud-Dienste lagern Dateien gern aus und zeigen nur Platzhalter („Datei bei Bedarf herunterladen“). Für eine vollständige Sicherung müssen die Dateien einmal wirklich heruntergeladen werden.
- Welche Ordner sind überhaupt eingebunden? Manchmal wird nur der Desktop synchronisiert, aber nicht der Dokumente-Ordner – oder umgekehrt.
Und umgekehrt gilt: Ein Cloud-Konto ersetzt die Sicherung nicht, denn gelöschte oder beschädigte Dateien werden dorthin genauso „mitsynchronisiert“.
Programme: Liste statt Kopie
Programme lassen sich nicht einfach auf den neuen Computer kopieren – sie müssen neu installiert werden. Was hilft:
- Gehen Sie die installierten Programme durch (Windows-Einstellungen → Apps) und notieren Sie, was Sie wirklich nutzen. Der Wechsel ist eine gute Gelegenheit, Ballast zurückzulassen.
- Klären Sie je Programm, woher die Installation kommt: Download beim Hersteller, App-Store, CD (dann wird ein Laufwerk oder ein alternativer Download benötigt).
- Halten Sie Lizenzschlüssel und Konto-Zugänge bereit. Bei vielen Programmen – etwa Office – hängt die Lizenz heute am Benutzerkonto, nicht mehr am Schlüssel.
E-Mails: der Blick hinter die Kulissen lohnt
Ob Ihre E-Mails automatisch mitziehen, hängt von der Kontoart ab:
- IMAP (heute üblich): Die E-Mails liegen beim Anbieter. Auf dem neuen Gerät wird das Konto eingerichtet, und die Nachrichten erscheinen von selbst.
- POP3 (ältere Einrichtungen): Die E-Mails wurden heruntergeladen und liegen unter Umständen nur noch lokal im E-Mail-Programm. Dann müssen sie exportiert und übernommen werden – sonst sind sie mit dem alten Gerät weg.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Fall zutrifft: nicht raten. Das lässt sich in den Kontoeinstellungen nachsehen und ist genau die Art Detail, bei der eine kurze Nachfrage günstiger ist als ein verlorenes E-Mail-Archiv.
Wohin sichern?
Für den Umzug hat sich eine externe Festplatte oder eine ausreichend große SSD bewährt. Zwei Hinweise dazu:
- Sichern Sie lieber zu viel als zu wenig – Speicherplatz ist das kleinste Problem beim Gerätewechsel.
- Behalten Sie die Sicherung auch nach dem Umzug. Sie ist zugleich der Grundstock für eine regelmäßige Datensicherung, die mit dem neuen Gerät idealerweise gleich eingerichtet wird.
Das alte Gerät: nicht sofort löschen
Der häufigste vermeidbare Fehler beim Computerwechsel: Das alte Gerät wird zu früh gelöscht, verkauft oder entsorgt. Empfehlung aus der Praxis:
- Lassen Sie das alte Gerät einige Wochen unangetastet stehen, bis auf dem neuen wirklich alles läuft – inklusive Steuerprogramm, Banking und Drucker.
- Erst danach die Datenträger datenschutzgerecht löschen. Einfaches „Papierkorb leeren“ oder selbst das Formatieren genügt nicht, um Daten sicher zu entfernen.
Lieber begleitet wechseln?
Wenn Sie den Wechsel nicht allein stemmen möchten: HIER EDV übernimmt die Einrichtung neuer Computer einschließlich Datenübernahme – von der Sicherung des alten Geräts bis zum eingerichteten E-Mail-Konto. Die Einzelheiten der Übertragung beschreibt auch der Ratgeber „Daten auf einen neuen Computer übertragen“.